Die Vorliebe des WEG-Verwalters für überteuerte Pauschal-Angebote

By | 13. August 2016

Bei anstehenden größeren Sanierungsarbeiten fordert das Gesetz vom Hausverwalter mindestens 3 vollständige, vergleichbare Kostenvoranschläge vorzulegen.
Wie wenig dies manche WEG-Verwalter interessiert, zeigen der unten dargelegte Fall, in dem ein Mülltonnenhaus errichtet werden sollte.

Auszug aus der Einladung zur WEG-Versammlung (die Angebote lagen n i c h t  bei):

TOP 8: Brandschutz, Müllschächte, Müllentsorgung
In der Baugenehmigung von 1961 wurde der Transport von Hausmüll durch die Tiefgarage nur in Ausnahmefällen genehmigt in dicht schließenden und nicht brennbaren Behältern. Nachdem keine Metallbehälter zur Entsorgung mehr benutzt werden dürfen, ist die Entsorgung über die Tiefgarage nicht mehr zulässig. Hausverwaltung und Eigentümer sind in der Haftung. Wenn das Tonnenhaus nicht mehr als 5 m von der Straße entfernt ist, können die Müllmänner mit einem Schlüssel die Tonne selbst abholen. Der Hausmeister wird entlastet. Lage des Tonnenhauses wurde im beiliegenden Lageplan eingezeichnet. 3 Parkplätze werden belegt, Baugenehmigung ist nicht erforderlich.
3 Angebote liegen vor für ein externes Tonnenhaus (7 Restmüll-, 3 Papiermüll-, 3 Biomülltonnen):
Fa. D.: 31.246,02 €
Fa. H.: 32.844,00 €
Fa. B.: 34.343,40 €

Beschlussvorschlag:
Die Eigentümer mögen beschliessen, dass die Müllabwurfschächte im Haus geschlossen werden. Die Firma….. wird beauftragt, ein Tonnenhaus zu bauen, neben dem ostseitigen Parkplatz entlang des Grünstreifens nach beiliegender Skizze 7,40 x 3,80 m. Verkleidung mit verzinktem Lochbleck…..

top 8 einladung muelltonnen_kasch_kl

Da es empfehlenswert ist, sich möglichst immer die Kostenvoranschläge vorab anzusehen, forderte ein Eigentümer eine kopie der vorliegenden Angebote an. Erstaunt stellte er fest, dass die Angebote weder vollständig noch noch detailliert noch vergleichbar waren: es handelte sich um Pauschalangebote, deren Beträge nicht ansatzweise nachvollziehbar waren!
Recherchen im Internet legten nahe, dass die Angebote zudem bis zu 40% überteuert sein könnten.
Dies liegt nahe, das es wahrscheinlich ist, dass alle Angeobte von Handwerkern aus dem “Pool” der Hausverwaltung stammten, deren Inhaben ein Großeigentümer im Immobilienbereich ist.
Aber zunächst zu den Angeboten:

1. Pauschalangebot Fa. D. über ” Menge 1,00 pauschal  – Tonneneinhausung” für 30.812,67 € (erst bei der Verfassung dieses Textes fällt zudem auf, dass die Beträge abweichen…)

angebot D_1_kasch_b600

angebot D_2_kasch_kl

 

2. Pauschalangebot Fa. H.  über “1 Stk. – Mülltonneneinhausung”  für 32.844,00 €

angebot H_kasch_kl

 

 

3. Pauschalangebot Fa. B. über “1.) – Mülltonneneinhausung”  für 34.343,40 €

angebot B_1_kasch_kl

angebot B_2_kasch_kl

 

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