Verwalterausreden ignorieren und Klarheit schaffen: Was ist Sache?

By | 13. August 2016

Lassen Sie sich mit Ausflüchten und Herumeierei nicht abspeisen und nageln Sie den WEG-Verwalter fest.

Beispiel:
Liegen Ausschreibungsunterlagen zu einer Sanierungsmaßnahme vor – oder nicht?

Auszug aus der Einladung zur WEG-Versammlung bezüglich der geplanten Sanierunge der undichten Kellerwand.
Deutlich wird von der Verwaltung hervorgehoben: “Es wurde vom Ingenieurbüro K. eine Ausschreibung vorgenommen zusammen mit der Firma P.”
Aufgrund dieser Ausschreibung – so vermuten wir –  werden von der Hausverwaltung nun drei (vergleichbare und vollständige – das setzen wir voraus!) Angebote vorgelegt.
Die Eigentümergemeinschaft ist aufgefordert sich für eines der drei vorgelegten Angebote zu entscheiden.

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Die einzelnen Angebote wurden den Miteigentümern vor der Versammlung n i c h t  zugesendet.
Als einzelne Eigentümer Kopien anfordern, stellen sie fest dass die drei Angebote in keiner Weise vollständig oder vergleichbar sind. Es sind zum Teil vollkommen andere Sanierungsansätze genutzt worden.

Für mehr Klarheit bietet es sich an, das Leistungsverzeichnis in Kopie anzufordern, das Ingenieur K. vor Durchführung der Ausschreibung erstellt haben m u s s.
Denn wenn kein Leistungsverzeichnis vorhanden ist , dann ist auch keine Ausschreibung möglich.

Per PDF senden die Hausverwaltung das angebliche Leistungsverzeichnis.
“Als Anlage erhalten Sie das Leistungsverzeichnis für die Sanierung der Kellerdecke und Kellerwand in des Hauses….”.

Das angebliche Leistungsverzeichnis entpuppte sich jedoch als Angebot der sich mitbewerbenden Handwerkerfirma P. entpuppt, nur “ohne Beträge”.

Wir haken deshalb nach:

“Wir erkennen bei dem zugesendeten Leistungsverzeichnis nur das Angeobot der Fa. P, ohne Beträge. Bezüglich der Sanierungsmassnahmen sind für uns keine vergleichbaren Angebote erkenntlich. Wir bitten um kurzfristige Zusendung per PDF derjenigen Unterlagen, auf denen eine Involvierung des Ingenieurbüros K. erkenntlich ist. Weiter bitten wir um die Kopie von Ingenieur K. erstellten Anschreiben an die sich bewerbenden Unternehmen.”

Antwort der Hausverwaltung:
“…wie schon gesagt, wurde das LV zusammen mit Ing. K erstellt. Wenn wir nur Herrn K. beauftragen mit der Ausschreibung, werden die Kosten nach HOAI berechnet.
Das habe ich auf der Versammlung gesagt. Wenn Sie das nochmal ausschreiben möchten, dann müssen wir Herrn K. beauftragen nach HOAI, Leistungsphasen 1- 8.
Dann kommen zu den Baukosten ca. 15 -20%, d.h. ca. 8.000 € – 10.000 € hinzu.
Dann kostet die Sanierung anstatt 50.000 € dann 60.000 €.”
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Stategie der Verwaltung: mit dem Verweis auf höhere Kosten vom Thema ablenken!
Inhaltlich widerspricht sich die Verwaltung. In der Einladung zur Versammlung teilte sie schriftlich mit, dass (zuvor) vom Ingenieur K. eine Ausschreibung vorgenommen worden war!
Und, nach der Versammlung “droht” die Verwaltung mit erhöhten Kosten, wenn denn Ingenieur K. mit einer Ausschreibung beauftragt werden würde.

Was ist Sache? Wurde eine bereits eine Ausschreibung vorgenommen – oder nicht?
Wenn ja, warum gibt es kein vernünftiges Leistungsverzeichnis?
Warum ignoriert die Verwaltung unsere Anfrage zur Übersendung von Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass Ingenieur K. überhaupt tätig geworden war?
Warum ignoriert sie den Wunsch Kopien der Anschreiben an die sich bewerbenden Firmen zu übermitteln?

Denn: wenn es eine Ausschreibung gegeben hat, müssen alle diese Unterlagen irgendwo vorliegen. Ggf. auch eine Rg. von Ing. K..
Wir haken erneut nach:
und fordern die Hausverwaltung auf, von jeglicher Umsetzung der in der Versammlung gefassten Beschlüsse abzusehen. Da die Abstimmung unter Vortäuschung falscher Tatsachen stattgefunden hat und die drei vorliegenden Angebote in keiner Weise vollständig oder vergleichbar sind, drohen wir mit erfolgreicher Beschlussanfechtung.
Dies zeigt Wirkung.

Strategie der Verwaltung: ohne Zugeständnis ihrer eigenen Fehler, einlenken und eine Beschlussanfechtung verhindern
Um sich nicht die “Blösse” zu geben, lässt die Verwaltung wissen, dass die sich bewerbenden Firmen zur Zeit sowieso keine Terminmöglichkeiten für die Ausführung der geplanten Arbeiten hätten…..

“….der Beschluss der Sanierung der Kellerdecke kann in der außerordentlichen Versammlung nochmal zur Diskussion gestellt werden, da weder die Firma P. noch eine andere Firma Zeit hat für eine solche Sanierung. Es ist insgesamt nicht einfach, für diese Arbeiten eine Firma zu finden. Der Umfang kann schlecht abgeschätzt werden, weil man nicht weiß, wie die Kellerwand wirklich aussieht. Selbstverständlich habe ich mich mit den Firmen vor Ort getroffen, um die Arbeiten durchzusprechen.”

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Empfhohlene Maßnahme:
Akten- und Belegeinsicht. Termin machen, zum Büro der Hausverwaltung fahren, Akten studieren und alles einscannen.
Das übliche Prozedere. Dann kann wohl zweifelfrei belegt werden, dass die Verwaltung die Unwahrheit sagte. Ein weiterer Grund sich von ihr zu trennen.

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