Archiv der Kategorie: Person des Verwalters

270.000 € aus Rücklage der Wohnungseigentümer verschwunden

Nachdem vor einem Jahr in München Eigentümer um über eine Millionen € durch eine Hausverwalterin geschädigt wurden, kam es jetzt zu einer neuen Ausplünderung um rund 270.000 € bei einer anderen Wohngemeinschaft durch eine bisher unbescholtene andere Hausverwaltung.
Auch in diesem Falle ist das Geld weg und wird selbst dann, wenn die dafür verantwortliche Person wegen Untreue verurteilt sein wird, den Eigentümern vermutlich nicht ersetzt werden.
Immer wenn diese Fälle publik werden, ist das Gezetere der Eigentümer für wenige Wochen groß.
Nach wenigen Wochen sind die Presseberichte in Vergessenheit geraten und die Laxheit bei der Hausverwalter-Kontrolle geht wie gewohnt weiter.

Man kann sich nur an dem Kopf fassen, wenn man wie Hausgeld-Vergleich e.V. fast täglich mitbekommt, dass die Masse der Eigentümer vollkommen desinteressiert am Verbleib ihres Geldes und an der Art der Verwendung sind.
Man legt keinen Wert auf die Ausweisung aller Kontostände der WEG-Konten in der Jahresabrechnung.
Der Mehrheit der Eigentümer ist unbekannt, dass die Rechtssprechung aus guten Grunde die Angabe der Kontobestände per 1.1. und 31.12. verlangt, da nur dann eine Schlüssigkeitsprüfung der Jahresabrechnung möglich ist.

Für die Verfügung des Verwalters auf die WEG-Konten werden keine Beschränkungen gesetzt, wie z.B. zweite Unterschrift des Beirats oder eines anderen sachkundigen Eigentümers bei Ausgaben ab einer bestimmten Größenordnung.
Beiräte oder Eigentümer prüfen häufig nur „Kopien?“ der Originale und lassen sich damit von der Hausverwaltung abspeisen.

Auf zwischenzeitliche Kontrollrechte der Kontostände direkt bei der Bank verzichtet man.
Bei den Energiebetrieben oder Handwerkerfirmen wird nie nachgefragt wird, ob die erforderlichen Zahlungen von der Hausverwaltung pünktlich eingehen.
Auf gelegentliche Zwischenprüfungen unabhängig von der Jahresabrechnung wird verzichtet.
Gegenkontrollen zu Angeboten gibt es nicht.

Gewissenhafte und vorsorgliche Eigentümer, die derartiges z.B. über Beschlussfassungen fordern, werden statt dessen von der Mehrheit wie Lesewesen aus einer unbekannten Welt beäugt, häufig verspottet, der Lächerlichkeit preisgegeben und schließlich „platt gemacht“.
Wie dumm muss man eigentlich sein, um nicht zu begreifen, dass bewährte  Kontrolleinrichtungen der Wirtschaft auch im Wohngemeinschaften Einzug finden sollten.
Selbstverständlich wird man dadurch nicht die absolute Sicherheit erreichen. „Das bisherige System der verbreiteten Arglosigkeit begünstigt die Selbstbedienung einer Hausverwaltung“, wie ein Staatsanwalt zutreffend den Zustand bei
der Wohnungseigentumsverwaltung beurteilte.

Wer weder Zeit und noch Intelligenz zur Prüfung der Verwendung seines Geldes investieren will und sogar noch die wenigen kritischen und engagierten Miteigentümer behindert, der sollte sich nicht wundern, wenn ihm irgendwann auch Geld fehlt.

Aktuell: zweigte Hausverwalter 85.000 € vom WEG-Vermögen ab?

general anzeiger bonn

02.09.2016 Siebengebirge. Ein Hausverwalter aus Bonn soll von Konten einer Bad Honnefer Wohnungseigentümergemeinschaft 85.900 Euro auf sein eigenes Konto abgezweigt haben. Dieser ist aber nur bereit, 75.000 Euro zurückzuzahlen.

Während er einräumt, 75.000 Euro zu Unrecht von den Konten der Gemeinschaft abgebucht zu haben, will er die übrigen 10.900 Euro nicht zurückzahlen. Hierbei handle es sich um Versicherungsprämien, die der Verwalter gegenrechnen und in Abzug von der Gesamtschuld bringen will. Warum er das Geld abzweigte, sagte der Mann nicht.

Letztendlich setzte sich der Anwalt der Wohnungseigentümer mit seinem Antrag auf ein Teilanerkenntnisurteil durch, wonach der Hausverwalter 75.000 Euro plus Zinsen zahlen muss. Am 23. September wird weiterverhandelt.

Ob womöglich weitere WEG betroffen sind, ist noch unklar. Fest steht, dass der Staatsanwaltschaft mehrere Anzeigen gegen den Bonner vorliegen. (Author: Axel Vogel, General Anzeiger Bonn)

Hausverwalter soll Geld bei Gemeinde abgezweigt haben

von der Rheinischen Post Online

Wegen Untreue und Urkundenfälschung zu Lasten einer Kirchengemeinde wurde ein Ex-Hausverwalter (40) am Montag vom Amtsgericht verurteilt. Laut Anklage hatte er mit einem Buchungstrick und einer geschickt gefälschten Rechnung 2014 fast 20.000 Euro der Gemeinde in Hilden auf sein Konto abgezweigt.

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 Beim Prozess ließ der Mann sich am Montag nicht blicken, die Anklagebank blieb leer, aber am Schuldspruch änderte das nichts. Mit schriftlichem Strafbefehl, der ihm nun per Post zugeht, wurde er zu 6000 Euro Strafe verurteilt. Laut Anklage war der Mann in einer Hausverwaltung gerade erst mit den Aufgaben eines ausgeschiedenen Geschäftsführers betraut worden. Dadurch erhielt der Angeklagte auch Vollmacht über das Konto der Kirchengemeinde, deren Objekte die Hausverwaltung betreute. Mit einer gefälschten Rechnung, die aussah wie die Formulare einer tatsächlich tätigen Firma, soll er dann erfundene Materialkosten für Türen und Fenster geltend gemacht – und den Betrag auf sein Konto überwiesen haben.

Für die Hausverwaltung schon der zweite Schlag innerhalb weniger Monate. Denn der kurz zuvor geschasste zweite Geschäftsführer habe ebenfalls seine Befugnisse überschritten und angeblich sogar 250.000 Euro veruntreut. Dafür vor die Tür gesetzt und vom Angeklagten ersetzt, hat dieser 40-Jährige dann aber die Masche des Vorgängers übernommen und auf diese Weise jene 20.000 Euro ergaunert. Das Urteil gegen ihn ist noch nicht rechtskräftig.

(Info und Dank an: RP Online vom 24. Mai 2016)

Aktuell: Konten geplündert – Verwalter auf der Flucht

Aktuell aus Berlin wird ein Fall mitgeteilt, wo ein WEG-Hausverwalter die Konten seiner Eigentümergemeinschaften plünderte, u. a. mit Hilfe von Rechnungen von Scheinfirmen – und sich nun “auf der Flucht” befindet. -zig WEGs sind betroffen, bei fast allen wurden Abbuchungen im 5-stelligen €-Bereich festgestellt.
Insgesamt ist ein Schaden im 6-stelligen €-Bereich zu befürchten.
Aktiv geworden ist die Staatsanwaltschaft nach letzten Infos noch nicht (!), bei der Polizei hieß es man “sammle zur Zeit die Anzeigen” der Geschädigten. D.h. der Verwalter ist immer noch nicht zur Fahndung ausgeschrieben und kann theoretisch weiterhin diese Eigentümergemeinschaften schädigen.
Diese legen ihre Hoffnung nun in eine enge Zusammenarbeit mit den Sachbearbeitern der Banken und versuchen mit ihrer Hilfe, weitere Abbuchungen des flüchtigen Verwalters zu verhindern…

Empfohlene Maßnahmen:
Prüfen Sie den Verwaltervertrag in Bezug auf die Bankvollmacht des Verwalters
Wurden alle Vereinbarungen der Bank übermittelt?
Schauen Sie sich die Konto-Eröffnungsunterlagen genau an: das Konto sollte eröffnet worden sein auf den 1. Namen der WEG und mit 2. Inhaberbezeichnung WEG. WEG-Konten sollten als “offene Fremdgeldkonten” geführt werden – und als nichts anderes!

Emails der Hausverwaltung ohne Rechtsverbindlichkeit

Nicht wenig überrascht ist man, wenn man am Ende einer Email folgenden Text vorfindet:

“…..Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir die rechtliche Verbindlichkeit der vorstehenden Erklärungen ausschließen, da zur Rechtswirksamkeit in unserem Unternehmen 2 Unterschriften erforderlich sind.  …….”

text email_kl

Welche Bedeutung haben dann emails, die – wie üblich – nur von einem Absender stammen?

WEG-Verwalter gleichzeitig als Versicherungsagent tätig

Nicht schlecht gestaunt hatte eine Hausverwaltung, als sie die Versicherungsunterlagen einer neu übernommenen Wohnungseigentümergemeinschaft durchforstete.
Als sie bei der Gebäudeversicherung anrief und sich nach dem Namen des zuständigen Sachbearbeiters erkundigte – wurde ihr der Name des ehemaligen Hausverwalters genannt!

In der Tat unterhielt er neben seiner Tätigkeit als Hausverwalter auch eine Tätigkeit als Versicherungsmakler.
Selbstredend hatte er alle Verträge seiner zu betreuenden WEGs auf diese Versicherung umgestellt.

Dieses “Umstellen der Versicherungsverträge” ist ein Vorgehen, dass man bei fast jedem Verwalter-Wechsel beobachten kann.
Grundlage ist ein entsprechend formulierter Verwaltervertrag, der in den allermeisten Fällen vom Beirat/den Miteigentümern nicht genügend studiert wird.

 

Empfohlene Maßnahmen:

Änderungen von Versicherungsverträgen sollten als Tagesordnungspunkt der WEG bekanntgegeben werden und es sollte darüber abgestimmt werden.
Gegenvorschläge sind in Betracht zu ziehen.
Zu Vermeiden sind Verwaltervollmachten zum Wechsel von Verträgen o h n  e  Einbindung der WEG.

WEG-Verwalter lügt schon in der Vorstellungsrunde

Praxisfall:
Da der bisherige WEG-Hausverwalter wahrhaft “auf der Flucht” ist und zahlreiche, von ihm betreute Eigentümergemeinschaften je um Beträge im 5-stelligen Bereich erleichtert hatte, sollte auch in einer betroffenen WEG ein neuer Hausverwalter gewählt werden.
Vorstellen sollten sich an diesem Versammlungsabend verschiedene Verwaltungen.

Leider die Mehrheit der Miteigentümer überzeugt hat die WEG-Hausverwaltung B., deren Vortrag auf das geübte Auge ausgesprochen “gefällig”, “säuselnd” und “manipulierend” wirke.
Unter anderem bot sich diese Verwaltung an, sich speziell um die schwierigen Situation der Eigentümergemeinschaft mit dem “geflüchteten” Hausverwalter und dem eventuell/wahrscheinlich veruntreuten Vermögen zu kümmern.
In diesem Zusammenhang teilte die Verwalterin mit, dass sie eng mit “namenhaften Rechtsanwaltskanzleien zusammenarbeiten” würden.
Sie erwähnt speziell die beiden Kanzleien “W. & Partner” und “M.-R.”

Die Verwalterin bot auch juristische Hilfestellung bei der Verfassung der Beschlusstexte der gerade stattfindenden WEG-Versammlung an – und es wurde den Anwesenden das Gefühl übermittelt, so auch die Dienst und die Erfahrung der oben genannten Kanzleien “W. & Partner” und “M.-R.” zurückgreifen zu können.

Da bereits der vorgelegte Verwaltervertrag unklar, ungewöhnlich und manipulierend wirkte, entschloss sich ein Miteigentümer bei den o.g. Kanzleien anzurufen.
Die Situation erklärend bat er um Auskunft, ob die Kanzleien mit der Hausverwaltung B. näher/öfter/enger zusammenarbeiten würden.

Erstaunen und dann teilweise herzliches Lachen waren die Reaktion.
Nein, diese Hausverwaltung wäre unbekannt. Es kann sein, dass es irgendwann mal einen vereinzelten Kontakt gegeben hätte… dies ist nicht auszuschliessen.
Dass aber die bekannten Kanzleien “W. & Partner” und “M.-R.” quasi als Haus-und Hof-Kanzlei der eher unbekannten Hausverwaltung B. benannt wurden… das erstaunte die Kanzleien sehr.
Und zeigt, zu welchen Mitteln und mit welcher Unverforenheit gewisse Hausverwaltungen auf Kundenfang gehen.

 

Empfohlene Massnahme:

Überprüfen Sie immer alles!
Mit diesem Engagement rechnen die meisten Hausverwaltungen nicht.

Fragen an den WEG-Hausverwalter: bleiben Sie hartnäckig!

Der WEG-Verwalter ist von Gesetz her nicht gezwungen jedem Wohnungseigentümer Fragen zu beantworten. Wohl aber der Eigentümergemeinschaft als Ganzes und zwar während der jährliche WEG-Eigentümergemeinschaft.

Doch es gehört es zum guten Ton eines Hausverwalters, sehr wichtige und noch nicht geklärte Fragen, die die gesamte Gemeinschaft betreffen, zu beantworten – auch wenn sie außerhalb der WEG-Versammlung und von einzelnen Miteigentümern gestellt werden.

Ein “Klassiker” und oft angewendeter Trick ist, nicht auf die gestellte Fragen zu antworten  sondern den Fragenden mit allgemeinen Ausführungen “abzuspeisen”.
Diese Flucht vor der präzisen Antwort ist ein Grund mehr, die Fragen zu wiederholen.


Praxisbeispiel:

Als Miteigentümer  n a c h  einer Versammmlung der Wohnungseigentümer Einblick in die Versammlungsunterlagen nahmen, fanden Sie erstaunt Vollmachten vor, deren Gültigkeit sie als zweifelhaft ansahen.
Obwohl der WEG -Verwalter bei dieser Versammung mit 5 Mitarbeitern anwesend war und genug Personal zur Prüfung vorhanden war, waren alle diese Vollmachten als gültig angesehen worden.

Dies sahen einigen Miteigentümer anders und baten um eine Stellungnahme der Verwaltung zur Gültigkeit folgender Vollmachten (“bitten kurzfristig um Prüfung auf Gültigkeit der folgenden Vollmachten”):

1. Die Vollmacht des Miteigentümers X. – zu Gunsten der Hausverwaltung – ging als Original erst  n a c h  der Versammmlung bei der Hausverwaltung ein.

2. Die Vollmacht der Miteigentümerin Z. – zu Gunsten eines Verwalter-nahen Eigentümer – ging bei diesem nur als Text-Email ein.

3. Der Miteigetümer X.Y.Z existiert überhaupt nicht (!). Dies wurde nach der Versammlung von kritischen Miteigentümern festgestellt. Dem Hausverwalter war dies jahrzehntelang nicht aufgefallen, d.h. die Eigentümerliste wahr jahrzehntelang falsch.
Trotzdem stellt dieser nicht existierende Miteigentümer jahre- oder jahrzehntelang angeblich eine Vollmacht – zu Gunsten der Hausverwaltung- aus.
Wie ist “seine” Vollmachtsstimme der letzten Versammlung zu werten?

4. Die Vollmacht des Miteigentümers Y. führt 3 verschiedene Bevollmächtigte auf, von der eine Person die Stimmvollmacht auf der Versammlung ausübte. Wie ist dies Vollmacht zu werten?


Auf diese wichtigen Fragen reagiert die Hausverwaltung monatelag nicht.

Schliesslich eine erste Reaktion:

“Sehr geehrte Damen und Herren, selbst wenn es Fehler bei der Beschlussfassung gegeben haben sollte, so sind diese Beschlüsse nicht ungültig.
Da keiner der Beschlüsse angefochten wurde, sind diese gültig und für die Wohnungseigentümer bindend.
Bei zukünftigen Versammlungen werden wir verstärkt auf die Vollmachten achten. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen….”

 

Ist das eine Antwort auf die o.g. Fragen? NEIN.
Lesen Sie die Antwort genau, Wort für Wort:
Ist eine Frage nach der Gültigkeit von Beschlüssen gestellt worden? – Nein. Nur eine Frage nach der Gültigkeit der Vollmachten.
Ist die Frage gestellt worden, ob Beschlüsse angefochten wurden? Nein.
Dass der Verwalter künftig “verstärkt” auf die Vollmachten achten möchte – das darf doch wohl erwartet werden, oder?

Ein “Klassiker” und typischer Fall von “Vertuschen-Wollen”, “Abwinken”, “Augenwischerei”. Deshalb: bleiben Sie freundlich – und hartnäckig.

So das Antwortschreiben:

“Sehr geehrte Damen und Herren, danke für Ihre mail. Wenn wir Sie bitten dürften, auf unsere untenstehenden, konkreten Fragen zu antworten? Wir hätten gerne Klarheit. Besten Dank. Mit freundlichen Grüßen….”


Empfohlene Maßnahmen:

Bei wichtigen, konkret gestellten Fragen, bleiben Sie freundlich und hartnäckig, bis der Verwalter antwortet.
Weigert er sich aus irgendeinem Grund, weisen Sie ihn freundlich darauf hin, dass Sie einen entsprechenden Tagesordnungspunkt zur nächsten  WEG-Eigentümerversammlung einreichen werden. Denn dort ist der Verwalter gezwungen, Rede und Anwort zu stehen.
Ein Antrag zur Tagesordnung wird in die Einladung und dem Protokoll zur Versammlung aufgenommen und somit allen Miteigentümern bekanntgegeben.
Diese Unterlagen sind wichtige Dokumente der Eigentümergemeinschaft und müssen über Jahre aufbewahrt werden. Auch für Außenstehende, wie potientielle Wohnungskäufer, sind Protokolle wichtig.

Das angesprochenen Thema in einer Einladung und einem Protokoll “verewigt” zu sehen, ist keine ansprechende Aussicht für einen unseriösen Hausverwalter….

Verwalter veruntreut Gelder – und präsentiert eine eigene Internetseite voller Bezügen zu Gesetzen und Rechtsprechung

Eine eigenartige Sicht der Welt hat dieser Verwalter, der wegen Veruntreuung von Gelder einer Eigentümergemeinschaft verurteilt wurde. Auf seine Internetseite präsentiert er – und das ist typisch – mehr rechtliche Hinweise als übrigen Hausverwaltungen.
Wer so viel Wert auf die Hervorhebung von Urteilen und Gesetzen legt (siehe Menüpunkte “OLG-Urteile”,  “WEG-Gesetz” und “Rechtswesen”) hebt sich in dieser Hinsicht von den übrigen Verwaltern ab.
Wenn aber ein solcher Verwalter sich dann durch Veruntreuung hervortut – stellt man sich wirklich Fragen….

Unter dem Menüpunkt “OLG-Urteile” präsentiert dieser Verwalter ein einzelnes, einsames OLG- Urteil aus 2006.
aktuelle OLG Urteile

Unter dem Menüpunkt “WEG-Gesetz” finden wir einsam und verlassen das
“WEG Recht in der neuen Fassung vom 01.07.2007”.
neue WEGgesetz_500

Unter dem Menüpunkt “Rechtswesen” schließlich eine nichtsagende Erklärung zum Datenschutz der Internetseite.rechtswesen_kasch_kl2

Dieser Hausverwalter erweckt Mitleid. Ein Psychologe würde aus diesem Internetauftritt eine Affinität zur Rechtsprechung. Gerne wäre er sicher Anwalt oder Richter geworden. Nun hat es  “nur” zum Hausverwalter gereicht. Dort waren die Verlockungen groß und die praktische Anwendung des Rechts zur Nebensächlichkeit geworden. Deshalb die Verurteilung wegen Untreue.

Ob seine Kundschaft – außer denjenigen die Anzeige erstattet haben, Kenntnisse von seinem Handeln bekommen, ist sehr fraglich.
Denn obwohl Urteile “im Namen des Volkes” gesprochen werden – darf das Volk nichts erfahren. Nicht nachvollziehbar, da dieser Verwalter hier weiter beruflich tätig ist.

Mit dem Münupunkt “Referenzen” kann er sich jedenfalls z.Z. nicht sehr brüsten:
dieser führt in Leere…

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Zeitungsartikel zum Vorfall:

Hausverwalter Ralph E. (54) sollte die Gelder und Rücklagen von 17 Wohnungs-eigentümer-Gemeinschaften verwalten. Statt dessen spielte er mit dem Geld Online-Poker.
213 063,78 Euro verzockte der Hausverwalter in nur einem Jahr.
Jetzt stand er wegen Untreue vor einer Richterin des Amtsgerichts.
Er gestand alles: „Ich habe immer gehofft zu gewinnen, wollte mich geschäftlich vergrößern und endlich auch mal in Urlaub fahren.“
Der Schwindel flog auf, weil die Bank die Geld-Verschiebungen von Ralph E. bemerkte und meldete.
Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu 22 Monaten Haft auf Bewährung. Dazu muss er 100 Stunden soziale Arbeit leisten.

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Gespannt und wütend sitzen Hiltrud und Eberhard S. (65,74) auf dem Zuhörer-
Plätzen im Amtsgericht. Sie wollen dem Mann in die Augen schauen, der sie fast ruiniert
hat. Und als der Angeklagte Ralph E. (54) den Saal betritt, kann Hiltrud S. ihre Wut kaum noch unterdrücken. ,,Da kannste gucken: Wir sind da!”
Ralph E. hat als Hausverwalter 19 Mehrfamilienhäuser betreut. Darunter auch das, in der die beiden Rentner ihre Eigentumswohnung haben.
Hiltrud S.: ,,Wir haben uns krummgelegt für die Wohnung und brav unseren Anteil fürs Hausgeld gezahlt.” Rücklagen für Reparaturen und Strom.
Doch plötzlich war das Geld futsch. ,,40,000 Euro Schaden waren das bei uns”, erklärt Frau S..

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Das Ordnungsamt als “Aufsichtsbehörde” für Hausverwaltungen – oft nur Augenwischerei

Mit der mißverständlichen und zu kurzen Angabe “Aufsichtsbehörde: Ordnungsamt Stadt XY” versuchen oft weniger seriöse Hausverwaltungen fälschlicherweise den Eindruck zu vermitteln, das Ordnungsamt der jeweiligen Stadt würde über diese Hausverwaltung eine Art “Aufsicht” ausüben – und alles sei in “bester Ordnung”.

beispiel1_kasch (Auszug aus der Internetseite einer Hausverwaltung)

Doch zunächst die Frage: Was versteht man unter einer “Aufsichtsbehörde”?

Wikipedia:
“Der Begriff Aufsichtsbehörde bezeichnet in erster Linie ein Gremium oder eine Organisation des Staates, welche eine Aufsichtsfunktion über privatrechtliche oder andere staatliche Institutionen ausübt. In der Regel sind das Betriebe, es können aber auch andere Instanzen der Staatsverwaltung sein. Die Aufsichtsbehörde ist gegenüber der beaufsichtigten Institution teilweise weisungsbefugt.”

FreeDictionnary.com:
Aufsichtsbehörde -> siehe “Auf•sicht”:
1.die Aufsicht (über jemanden/etwas) nur Sg; die Beobachtung und Kontrolle, um Schaden zu vermeiden oder um zu garantieren, dass etwas nach den Vorschriften getan wird<strenge Aufsicht führen; Aufsicht haben>: Dieses Experiment darf nur unter Aufsicht eines Chemikers ablaufen.
|| K-:Aufsichtsamt, Aufsichtsbehörde, Aufsichtspersonal, Aufsichtspflicht
2.meist Sg; jemand, der jemanden/etwas beaufsichtigt: die Aufsicht im Museum

Eine “Aufsichtsbehörde” hat nach den o.g. Definitionen somit die “Aufsicht”, d.h. “Beobachtung und Kontrolle, um Schaden zu vermeiden oder um zu garantieren, dass etwas nach den Vorschriften getan wird.”

Genau diese Denkweise ist in Bezug auf Hausverwaltungen mißverständlich.
Mieter und Wohnungseigentümer, die hoffen, durch die Existenz dieser “Aufsichtsbehörde” vor Schäden der Hausverwaltung geschützt zu werden – wiegen sich in falscher Hoffnung.
Die Aufsichtsbehörde “beobachtet” und “kontrolliert” auch nicht die Buchhaltung der Hausverwaltung oder prüft ob die Hausverwaltung rechtschaffen handelt.

Welche Aufgaben hat das Ordnungsamt einer Stadt?
Lt. Wikipedia sind dies unter anderem:

  • Gewerbeamt
  • Lärmschutz
  • Bestattungswesen
  • Verfolgung allgemeiner Ordnungswidrigkeiten
  • Einleitung des Verfahrens zur Unterbringung psychisch kranker Menschen
  • Waffenwesen
  • Marktwesen
  • Überwachung des ruhenden Verkehrs
  • Ausländerwesen
  • Staatsbürgerschaften und öffentlich rechtliche Namensänderungen
  • Einwohnermeldeamt
  • Kfz-Zulassung
  • Führerscheinstelle
  • Obdachlosenwesen
  • Tierschutz

Welches sind die Aufgaben des Unterbereichs “Gewerbeamt”?
Gewerbemeldestelle
Auskunft aus dem Gewerbezentralregister
Sondernutzung im öffentlichen Straßenraum
Freigabe verkaufsoffener Sonntage
Regelungen für Sonn – und Feiertage
Spielhallenerlaubnis
Jahr – / Trödelmärkte
Immobilienmakler
Messen / Ausstellungen
Preisangaben
Auskunft aus dem Gewerberegister
Gaststättenerlaubnis
Einmalige Gestattungen
Reisegewerbekarte
Nichtraucherschutzgesetz
Geldspielgeräte
Bewachungsgewerbe
Baubetreuer / -träger
Darlehnsvermittler
Private Krankenanstalten

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Die Bedeutung der Hausverwaltungen scheint so gering, dass sie in dieser Auflistung  noch nicht einmal einzeln erwähnt werden…
Lediglich als “Gewerbetreibende” sind Hausverwaltungen dem Gewerbeamt im Ordnungsamt unterstellt. D.h. Hausverwaltungen müssen ihr Gewerbe angemeldet haben (Kosten der Gewerbeanmeldung: 20 €).

Zusammenfassung:
Die sprachliche Verbindung der Begriffe “Aufsichtsbehörde” und “Ordnungsamt” – ist somit an dieser Stelle missbräuchlich, da der Eindruck entsteht bzw. entstehen soll, hier würde eine städtische Behörde aufpassen und es sei deshalb alles “in bester Ordnung”.
Es wird weder – wie suggeriert – “beaufsichtigt”, noch ist das Ordnungsamt Ansprechpartner, bei Fehlverhalten einer Hausverwaltung!

Fast könnten man sagen: je mehr eine Hausverwaltung die Begriffe “Aufsichtsbehörde” und “Ordnungsamt” mißverständlich erwähnt – desto mehr Vorsicht ist geboten.
Denn wer zu solchen Manipulations-Tricks greifen muss, der scheint es wirklich nötig zu haben.

Dazu ein Beispiel aus der Internetseite einer Hausverwaltung:
beispiel1_kasch
Was nicht vermutet wird: diese Hausverwaltung führt ihr Gewerbe alles andere als “ordnungsgemäß”. In der Tat konnten zahlreichen Unregelmäßigkeiten aufgedeckt werden:

– Berechnung von nicht erbrachten Leistungen
– Versuch der Protokollierung von nicht Beschlossenem
– Bevorzugung des Beirats und Einfließenlassen von Privatrechnungen des Beirats in die Jahresabrechnung der Eigentümergemeinschaft
– überteuerte Vorschläge zu Sanierungsmaßnahmen
– Druck bei der Auswahl bestimmter Handwerker und Ingenieure & Sachverständiger
– usw.

Und freundlich grüßt das Steuerparadies…..

Was ist von einer Hausverwaltung zu halten, deren Gesellschafter teilweise in einem bekannten Steuerparadies (Isle of Man) ansässig sind?

Noch vor kurzem warb diese Hausverwaltung mit folgendem Internetauftritt:

“Vertrauen in Erfahrung
Unsere Mitarbeiter/innen und externen Partner verfügen über ausgeprägte Qualifikation und Erfahrung im Immobilienmanagement. Unser Techniker betreut alle technischen Maßnahmen, die eine besondere Expertise erfordern. Wir legen Wert auf stetige fachliche Weiterqualifizierung und eine hohe soziale und kommunikative Kompetenz.”

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Der o.g. Text weist auf eine typische “Verwaltersprache” hin: eine geschmeidige Wortwahl, die “Niveau” vortäuschen soll, aber nur auf “Augenwischerei” hinzielt.
So wurde das Unternehmen erst 2011 gegründet. Soo viel Erfahrung war da wohl doch nicht vorhanden… außer daß die Geschäftsleitung vorher im Bankbereich beruflich tätig war – man kennt sich scheinbar aus mit Geld, Steuern und Steueroasen….

Vielfältige und sehr interessante Informationen sind im Internet unter www.unternehmensregister.de für alle, kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr, zu erhalten.
So auch die Gesellschafterliste einer Hausverwaltung, bestehend aus 2 Gesellschaftern: einem in Deutschland ansässigen Gesellschafter – und einer englischen Ltd., mit Sitz in der Circular Road, Douglas, Isle of Man (Kanalinsel).ges_liste_kasch3_kl

Sollte wirklich zum Haus- und damit Vermögensverwalter der Wohnungseigentümergemeinschaft eine GmbH bestellt werden, die durch eine im Steuerparadies ansässige anonyme LIMITED vertreten ist?

Hinzu kommt, dass der “Kopf” des Unternehmens, der jedoch hier nicht als Gesellschafter auftritt, als ausgewiesener Bankfachmann sich in finanziellen Dingen bestens auskennt.
Prima. Für ihn.

Empfohlene Maßnahmen
Holen sie vor Beauftragung einer neuen Hausverwaltung genügend Informationen – auch sachlicher Art – über das Unternehmen, den Inhaber und die Mitarbeiter ein.
Vermeiden Sie Unternehmen oder Einzelpersonen die im Fall der Fälle nicht haftbar gemacht werden können.

Auszahlung von Hausgeldguthaben per Bankscheck

Praxisfall:
Es wurde von einem Verwalter berichtet, der diese Rückerstattung per Bankscheck praktiziert.

Seine Methode: wenn über einen Zeitraum von mehreren Monaten manche Schecks nicht eingelöst wurden, ging er davon aus, dass sie bei den meist älternen Personen, verloren gegangen seien.
Er stellte daraufhin einen neuen Scheck über den gleichen Betrag aus. Diesen brachte er zu seiner Bank und liess den Betrag seinem Privatkonto gutschreiben.

So waren bis zur nächsten Jahresabrechnung alle auszuzahlenden Guthaben ausgezahlt. Wenn auch teilweise und betrügerischerweise an ihn selber …

Empfohlene Gegenmaßnahme
Fordern Sie die Überweisung alles Guthaben bis zu einem naheliegenden Datum.
Beschliessen Sie dies im Rahmen der Beschlussfassung zur Jahresabrechnung und achten Sie darauf, dass dies genau so im Protokoll erscheint.