Archiv der Kategorie: Verwalter-Trick: “eigene” Handwerker, Dienstleister

“Entscheidungshilfe” – Manipulation durch den Verwalter zur Wahl eines bestimmten Dienstleisters

Nach Erreichen des Rentenalters muss ein Ersatz für die bisher tätige Hausmeisterin gefunden werden. Sie hatte sich bisher um die Treppenhausreinigung und die allgemeinen Hausmeisterarbeiten gekümmert.

Die Einladung zur WEG-Versammlung verfasste der Verwalter wie folgt:

“Tagesordnungspunkt (TOP) 1: Diskussion und Beschlussfassung über die Vergabe von Hausreinigungs- / und Hauswart- / Gartenpflegearbeiten

1. Frau L. wird gegen 50 € Honorar monatlich weiterhin mit kleinen Aufgaben betreut. Hierzu könnte die Schlüsselverwaltung und Mängelübermittlung an den Verwalter gehören. Für die Aufgaben der Hausreinigung sowie die Gartenpflege würden externe Unternehmen beauftragt.

2. Frau L. scheidet vollständig aus und alle Aufgaben werden an externe Unternehmen vergeben. Zur Übersicht und Entscheidungsgrundlage, haben wir bereits drei Kostenangebote für die Tätigkeit Hauswartservice, Hausreinigung und Gartenpflege beigefügt. Eine Zusammenfassung haben wir Ihnen als Deckblatt erstellt.

entscheidungshilfe_details

entscheidungshilfe_zusammenfassung

Eigentlich eine zu würdigende, mühevolle Arbeit – wäre da nicht die vollkommen unsinnige Zeile “Zusammenfassung / Kosten pro [!] Firma”.

Wer gibt vor, dass diese von einander unabhängigen Arbeiten nur gemeinsam und  nur an e i n e n Dienstleister vergeben werden können?
Wäre es nicht sinnvoller, bunt zu mischen?

Hier vermischt der Verwalter “Äpfel und Birnen” bzw. hier setzt seine Manipulation an: nicht die monatlichen “Kosten pro Firma” sind relevant  – sondern ein Vergleich der drei Firmen pro Aufgabe (Hausmeister, Hausreinigung, Gartenpflege). Diese Aufgaben können sehr wohl von einander getrennt werden und müssen nicht und unbedingt von ein und der selben Firma ausgeführt werden müssen.

Pro Aufgabenbereich wären die preiswertesten Anbieter gewesen:
für die Hausreinigung: Firma J. mit 267,51 €
für die Gartenpflege: Firma H. mit 196,35 €
für den Hausmeister-Service: Firma D. mit 41,65 €

Summe pro Monat bei dieser Beauftragung: 505,51 €

Aber hier zunächst die Berechnung der Gesamtkosten, wie vom Verwalter unsinnigerweise und nur zu Manipulationszwecken erstellt (siehe Tabelle unten):
Fa. D. – 755,55 €
Fa. J. – 776,24 €
Fa. H. – 782,13 €

Die Darstellung “Kosten pro Firma” stellen die Fa. M. als preiswertesten Anbieter dar.
Erstaunlich: in den Disziplinen “Hausreinigung” und “Gartenpflege” ist die Fa. D. deutlich teurer als die anderen Anbieter, nur den Hausmeisterdienst bietet D. unschlagbar preiswert mit 41,65 €/monatlich an.

Aufgrund der Darstellung des Verwalters, die Kosten pro Firma – statt pro Aufgabenbereich – zu summieren und seine Einflussnahme während der Versammlung stimmten die Eigentümer für Fa. D. mit den Arbeitsgebieten:
Hausreinigung: 470,05 €
Gartenpflege: 243,95 €
Hauswartservice: 41,65 €

 

Dieser unseriöse Verwalter hatte sein Ziel erreicht:
1. Durch das Summieren unsinniger Faktoren vermittelte der Verwalter, der Eigentümergemeinschaft bewußt, ein “Schnäppchen” gemacht zu haben, als sie sich für den Anbieter D. entscheiden, der in der Summe aller Arbeitsbereiche mit 755,65 € am preiswertesten war.
Hätte der Verwalter die Eigentümer korrekt beraten und die Dienstleistungen gemischt – was in diesem Fall leicht möglich gewesen wäre – dann hätte sich die Gesamtsumme auf nur 505, 51 € belaufen (siehe oben).

2. Ziel war es, Firma D., dessen Geschäftsführer ein enger Vertrauter des Verwalters ist, mit den Bereichen Hausreinigung und Gartenpflege zu beauftragen.
Nicht aber mit dem defizitären Bereich “Hauswartservice” mit den sehr günstigen 41,65 €.
Dieser Aufgabenbereich diente nur als Köder und als fiktiver Betrag, um die Gesamtsumme der Firma M. mit unsinnigen, angeblich günstigen “755,65 €” auszuweisen.

3. “Fiktiv” will heißen: dieser Aufgabenbereich sollte n i c h t  beauftragt werden. Auch wenn dies so beschlossen und den Eigentümern vermittelt wurde.
Nein, der “Hausmeisterservice” musste von der Bildfläche verschwinden.
Für den Verwalter kein Problem: das Protokoll wurde “angepasst”. Der Begriff “Hausmeisterservice” verschwand aus dem Beschlusstext. Der Beirat, naiv und deppert wie immer, unterschrieb das Protokoll, ohne es auch nur vorher zu lesen. Aber auch dann wäre ihm nichts aufgefallen.

Auf Nachfragen hin, warum die sehr wohl beschlossene Dienstleistung “Hausmeisterservice” im Protokoll nicht auftaucht, antwortet der Verwalter gewohnt dreist: “Sie sehen doch, dass dort nichts steht. Also ist auch nichts beschlossen worden!”
Allein hieran zeigt sich die Routine dieses unseriösen Verwalters….

Fazit: Die “Entscheidungshilfe” des Verwalters stellte sich so als teure “Fehl-Entscheidungshilfe” heraus.
Der Beirat sowie die übrigen Eigentümer haben bis heute nicht verstanden, wie sie manipuliert wurden….

Vom Verwalter sorgfältig ausgesucht und empfohlen: quasi-insolvente Dienstleister

Unseriöse Hausverwalter leisten gerne Erste Hilfe für insolvente und quasi-insolvente Unternehmen, indem sie diese für Arbeiten an den Gebäuden der Wohnungseigentümergemeinschaft vorschlagen. Typisch ist, dass Konkurrenz-Angebote fehlen.

Vorteile für diese Dienstleister:
a) sie erhalten einen gut bezahlten Auftrag
b) es fehlen Vergleichsangebote, so dass es den Wohnungseigentümern nicht möglich ist, einzuschätzen, ob es sich ggf. um einen überteuerten Auftrag handelt.
c) der Dienstleister, der bereits die Insolvenz plant, weiß, dass er für eine Gewährleistung seiner Arbeiten nicht mehr herangezogen werde kann: er ist zu diesem Zeitpunkt von der Bildfläche verschwunden. So kann er intern zu geringeren Kosten arbeiten und preiswerter die geplanten Arbeiten ausführen. Dh. es wird ggf. qualitativ schlecht und ungenügend gearbeitet.
Die Bezahlung ist die gleiche. So macht er mehr Gewinn als wenn er mit Gewährleistungsansprüchen der Auftraggeber (WEG) rechnen müsste.

Vorteile für die unseriöse Hausverwaltung:
a) Arbeitserleichterung, weil nur ein einziges Angebot vorliegt und nicht wie gesetzlich gefordert 3 vollständige und vergleichbare Kostenvoranschläge
b) den Dank der quasi-insolvente Firma  für die Auftragsvergabe lässt sich der unseriöse Verwalter bar auszahlen.
c) es ist im egal ob die beauftragte Firma gut arbeitet oder nicht. Falls nicht, mimt er den von der plötzlichen, unvorhergesehenen Insolvenz des Dienstleisters überraschten Verwalter.
Sollten Mängel auftreten, fehlt die Gewährleistung und geht das Spiel von vorne los. Mit neuen, “außervertraglichen” Einnahmequellen durch andere “dankbare” Dienstleister.

Nachteile für die Wohnungseigentümergemeinschaft:
unnötig hohe Kosten, schlecht ausgeführte Arbeiten, keine Gewährleistung und erneute Nachbesserungen / Kosten durch eine weitere Firma.

Praxisfall: Einladung zur WEG-Versammlung

TOP 1: Diskussion und Beschlussfassung über die Beseitigung der Aussenwandfeuchte im Keller wegseitig Hochhaus

Wie bereits auf der letzten Wohnungseigentümerversammlung vom 25.05.20…. unter TOP Sonstiges besprochen.
Im Mai 20… fand mit Herrn K., Fa. …….. Ingenieurbau, eine Besichtigung der der Feuchteschäden innerhalb des Kellers ………..statt.
Das Fachingenieurbüro hat die Wände untersucht…….
…..
Anbei übersenden wir Ihnen das Kostenangebot der Firma….  Ingenieurbüro vom 25.05.20… zur Kenntnisnahme. Ein weiteres Angebot ist angefordert und wird, wenn möglich zur Wohnungseigentümerversammlung vorgelegt.”
Das Angebot beläuft sich auf über 42.000 €.
Die Beschlussvorlage fehlt auf der Einladung.

Dieser WEG-Verwalter, ist für seine Unregelmässigkeiten bekannt.
Es reicht genau zu lesen, um die Schwachstellen zu finden:
1. “Das Fachingenieurbüro…” – diese hochtrabende und manipulative Beschreibung nutzt er gerne zur Augenwischerei.
Statt sich einlullen zu lassen, sollte ein genauerer Blick auf diese Fa. geworfen werden.
2. “Ein weiteres Angebot ist angefordert und wird, wenn möglich, zur WEG-Vers. vorgelegt” – wenn möglich ist sehr vage formuliert. Erfahrungsgemäß wird sich diese Möglichkeit nicht zeigen und es wird zum Versammlungstermin wohl nur ein einziges Angebot, nämlich das des o.g.  “Fachingenieurbüros”, vorliegen.
Auskunft gibt – wie so oft – die Internetseite www.unternehmensregister.de
unternehmensregister-de
Dort geben wir den Namen des Ingenieurbüros an und schauen uns die letzten Bilanzzahlen an.  Diese stammen vom vorletzten Jahr, für das letzte Jahr sind noch keine Bilanzen eingereicht worden, obwohl dies bis zum 30.06. hätte der Fall sein sollen.

Auf der Passiva werden die 4 Positionen Eigenkapital, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.
ur_bilanz-ingbuero

Wir werfen einen Blick auf das Eigenkapital:  -169.622,18 €

ek-bilanz
Weiter finden wir die Information, dass die beiden Ingenieure, die das Unternehmen 2008 zusammen gründete, im vorletzten Jahr ihre Position als Geschäftsführer aufgaben (“Nicht mehr Geschäftsführer:….”). Das vorletzte Jahr ist das Jahr der letzten, vorliegenden Bilanz mit einem EK von (minus!) -169.622,18 €. Geschäftsführer ist nun jemand anderes. Ein Zusammenhang?

 

Empfohlene Maßnahmen:
Fordern Sie den Verwalter auf, bei größeren Sanierungsmaßnahmen immer mehrere Angebote einzuholen.
Holen Sie sich Auskünfte zu diesen Firmen ein.
Wenn ein Hausverwalter insolvente Dienstleister beauftragt oder beauftragen möchte – dann fehlt es ihm an kaufmännischen Sachverstand und Verantwortungsgefühl.
Es ist ein Wechsel der Verwaltung zu empfehlen.

Bonitätsprüfung leicht gemacht

Prüfung der Bonität / Solvenz von Privatpersonen (Mieter, Hausverwalter, Handwerker usw.)

Einfach und preiswert mit: www.bonitaetspruefung.com

Eine Auskunft kostet nur ca. 9 € und muss vorab gezahlt werden.
Mit diesem Guthaben können sie dann die Auskunft abrufen. Der Vorteil: es werden die Ergebnisse mehrerer Auskunfteien (arvato, Bürgel, Boniversum) angefragt und ausgewiesen.

Weitere Vorteile:
keine Mitgliedschaftsgebühr
keine Einrichtungsgebühr
keine Mindestabnahme von Anfragen
einfache Handhabung

vorteile bonitaetspruefung

Empfohlene Maßnahmen:
Wenn Sie Ihre Eigentumswohnung vermieten möchten, prüfen Sie bitte immer die Bonität Ihrer eventuellen Mieter – v o r  Erstellung des Mietvertrags

Verwalter empfiehlt Treppenhausreinigung – Schwarzarbeit?

Typisch für unseriöse WEG-Hausverwaltungen ist die Tatsache, dass sie Bekannte, Verwandte und Freunde in Brot und Arbeit bringen möchten. Gerne auch wenig Arbeit für viel Geld – die Eigentümergemeinschafen prüfen in der Regel überhaupt nichts, kritische oder fachkundige Miteigentümern sind sehr selten und die Beiräte hat die Verwaltung sowieso im Griff, entweder durch Komplimente oder durch Bares/Naturalien.

Umso interessanter ist es, die Vorschläge der Verwaltung genauer zu prüfen.
Dank dem Internet gibt es zahllose Möglichkeiten.

Da die Hausmeister, auch mit der Treppenhausreinigung beauftragt, sich seit Jahren weigert, diese Arbeiten korrekt auszuführen, wurde die Verwaltung gebeten, eine Alternativ-Angebot einzuholen. Gesagt, getan und mit besten Grüssen zugesendet:
Beurteilung:
Wie fast zu erwarten, handelt es sich auch hier um ein weiteres Pauschal-Angebot, wie es diese Hausverwaltung bevorzugt.
Es ist somit nicht möglich, dieses Angebot überhaupt zu beurteilen, da die Mengen und Stundenangeben fehlen.
Noch ist es möglich Vergleiche anzustellen oder andere, vergleichbare Angebote einzuholen, was die Verwaltung wohl verhindern möchte.

Die Büro-und Objektbetreuungsfirma Sch. ist ein Einzelunternehmen, also keine GmbH oder ähnliches.
Wir vermissen Steuernummer, die auf dem Briefbogen erkenntlich sein sollte.
Eine Bankverbindung wäre auch zu erwarten, ist aber nicht vorhanden.
Eine eigene Internetseite zu Vorstellungs- und Werbezwecken hat Herr Sch. nicht, auch die email-Adresse ist von gmx.de
Der letzte Satz des Angebots, “Die Ware bleibt bis zu vollständigen Bezahlung unser Eigentum.” ist hier fehl am Platze und scheint sich auf einen andere, von Herrn Sch. erbrachte Tätigkeit zu beziehen. Vielleicht betreibt er auch ein Handelsgeschäft… ?

Kurz: ein Angebot der etwas ungewöhnlichen Art – aber vollkommen im Stil der Hausverwaltung.

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Wir erkundigen uns daraufhin im Telefonbuch.
Wir geben Name, Vorname und Ort an und finden – Nichts!

“Ihre Suche war leider nicht erfolgreich und wir konnten keinen Treffer finden.”

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Nanü, sagt man sich, das kann doch nicht sein.

Wir nutzen die Umkehrsuche und geben den Strassennamen mit Hausnummer der Büro- und Objektbetreuung Sch. ein.
Aber auch dort: keine Spur dieser Firma. Unter der im Angebot angegebenen Adresse befindet sich lediglich der Name einer Annette H.
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Zusammenfassung:
von dieser von der Hausverwaltung empfohlenen Büro- und Objektbetreuung ist unbedingt abzuraten.
Es liegt nur ein nicht nachvollziehbares Pauschalangebot vor, die Steuernummer ist auf dem Angebot nicht vorhanden, eine Internetseite gibt es nicht genauso wie ein Eintrag im Telefonbuch.
Dass die Hausverwaltung mit diesem Anbieter in verschiedenen Objekten zusammenarbeitet spricht weder für den Anbieter noch für die Hausverwaltung, die möglichst bald verabschiedet werden sollte….

Empfohlene Maßnahmen:
Niemandem glauben, immer alles selber prüfen.

Rauchmelder: Wer steckt hinter der erfolgreichen Firma Objektus ?

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Dieses Unternehmen wird von verschiedenen Hausverwalterverbänden empfohlen.
Jeder Verband unzählige Mitglieder, alles Hausverwaltungen.
Die Hausverwaltungen empfehlen quasi konkurrenzlos die Produkte der Fa. O für die  Installation von Rauchmeldern und Abschluss von Rauchmelder-Wartungsverträgen.

Nicht ohne Grund entwickelte sich die Bilanzsumme dieser GmbH von ca. 42.000 €
Ende 2010  zu erstaunlichen 2,08 Mio. € knappe 2 Jahre später, um Ende 2014 2,5 Mio. € zu erreichen.

Lässt sich dies allein mit der Verteilung von buntem Prospektmaterial oder bunten 4-5 seitigen Power-Point-Darstellungen erklären? Sicher nicht.

Überraschend ist, das bei zwei unterschiedliche Hausverwaltungen, die zwei unterschiedlichen Dachverbänden (Hausverwalterverbände) angehören – in der WEG-Versammlung, in der die Anbringung von Rauchmeldern Thema der Tagesordnung war, quasi die gleichen Formulierungen in der Einladung zur WEGVersammlung und Beauftragung nutzen. Wie lässt sich dies erklären?

Identisch ist:
a) die Gliederung des Themas in 4 Unterpunkte
b) die Beauftragung der Wartung
c) die Rechtsanwaltdrohung bei Zuwiderhandeln
d) fehlende alternative Angeobte/Dienstleister

Beispiel-WEG 1:
TOP 6 – Information des Verwalters: Rauchwarnmelder-Pflicht in NRW
Nachrüstpflicht bis 31.12.2016
TOP 7 – Beschlussfassung: Nachrüstpflicht als Aufgabe der Gemeinschaft
Mindestausstattung erfolgt in den Wohnungen ggf. Erweiterung (Keller, Büro, ect.)
TOP 8 – Beschlussfassung: Finanzierung der Anschaffungskosten aller Rauchmelder (Kauf oder Miete). Finanzierung der Wartungs- und  Dokumentationskosten aller Rauchmelder. Festlegung der Kostenverteilung.
TOP 9 – Beschlussfassung: Ermächtigung der Verwaltung zur gesetzlichen Durchsetzung der Beschlussumsetzung zu TOP 7 nebst Beauftragung eines Rechtsanwalts im Falle von Zuwiderhandlungen oder Weigerung einzelner Bewohner.

Beispiel-WEG 2:
a) Installation von Rauchwarnmeldern gemäß Bestimmung in den Wohnungen/Kauf bzw. Miete mit Beschluss
b)  Beauftragung einer Fachfirma, jährliche Wartungsverpflichtungen/ Verkehrssicherungspflicht mit Beschluss
c) Erwerb eines “Rundum-Sorglos-Paketes” (jährlich ca. € 5,- je Rauchmelder) mit Beschluss
d) Rechtsanwaltsbeauftragung wegen Installationsverweigerung durch die WEG mit Beschluss.

exclam_30Neben den bunten Power-Point-Unterlagen ist nicht ausgeschlossen, dass die Rauchmelderfirma O. auch diese spezifischen “Formulierungen”  für die WEG-Versammlungen mitgeliefert hat.

Welches Dienstleistungsunternehmen stellt neben Werbematerial auch die – wahrscheinlich von Juristen geprüften – Formulierungen zur Auftragsvergabe und Beschlussfassung in der Eigentümerversammlung  zur Verfügung?
Wie kommt es, dass diese – von einem externen Dienstleister erstellen “Vorschläge” von den Hausverwaltungen scheinbar 1:1 übernommen werden?
Wie tief reichen die Tentaklen?

Eine Rauchmelder-Firma, die sich nicht nur im WEG-Bereich scheinbar bestens auskennt und exzellente Verbindungen hat, so dass sie quasi konkurrenzlos von Verwalter-Dachverbänden und deren Mitgliedern empfohlen wird – und die dann noch die entsprechenden Tagesordnungs-Formulierungen mitliefert – kann  k e i n  “normales Unternehmen” sein.

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Durch das kostenlos einsehbare Unternehmensregister (unternehmensregister.de) erfahren wir die Namen der zwei Personen (Geschäftsführer und Gesellschafter), die hinter diesem Unternehmen stehen: Thomas Hans J. und Heinz F.

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Zu Heinz F. finden wir auf der kostenlose einsehbaren Internetseite  moneyhouse.de Informationen, dass er aus dem Bereich Immobilienverwaltung bekannt ist und u. a. als Geschäftsführer/Vorstand für untenstehende Unternehmen tätig war oder ist:

VITERRA Baupartner AG, Philippstr. 3, Bochum
VITERRA WohnCom GmbH, Pilippstr. 3, Bochum
Bagus Ges.für Unternehmensberatung + Systemlösungen mbH, Giradetstr. 2, Essen
VITERRA Wohnpartner AG, Philippstr. 3, Bochum
ISTA Dienstleistungs GmbH, Düsseldorf
ISTA Haustechnik GmbH, Münster
ISTA Haustechnik GmbH, Pfaffenweg 15, Bonn

Aus der Firma VITERRA wurde später die DEUTSCHE ANNINGTON und dann VONOVIA – alles Unternehmen,die auf die Vermietung von Wohnungen spezialisiert sind.
Die Firma ISTA ist als Heizkostenabrechnungs-Unternehmen bekannt. Sie vermietet die Wärmemesser die sich an fast jedem Heizkörper eine Zentralheizung befinden und erstellt die jährlichen Heizkostenabrechnungen.

exclam_30Immobilienbesitzer, Immobilien- und Hausverwaltungen, Bauunternehmen, Heizkostenabrechnungsfirmen, Verwalter-Dachverbände – man kennt sich!
Da all diese Unternehmen ihren Umsatz der Erstellung von Hausgeldabrechnungen verdanken, liegt der Gedanke nahe, dass es auch bei dem Einbau von Rauchmeldern um eine weitere Einnahmequelle dieser Unternehmen handelt.

Es scheint zudem, dass es weniger um den Einbau von Rauchmeldern geht, als um das Abschöpfen von neuen, unnötigen und überteuerten Rauchmelder-Wartungsverträgen. Der Einbau der Rauchmelder wird von den Eigentümern bezahlt – die Wartung der Rauchmelder wird auf die Mieter umgelegt. Dabei ist es gesetzlich nicht verpflichtend ebenfalls einen Wartungsvertrag abzuschliessen!

Um dieser “Schachstelle” mehr Nachdruck zu verleihen wurde in den Tagesordnungspunkten zum Einbau der Rauchmelder (siehe oben) – von denen wir annehmen können, dass diese Textvorlagen (!) direkt vom Hersteller der Rauchmelder, der Fa. O., über die Hausverwalter-Dachverbände an die WEG-Hausverwalter weitergegeben wurden –  eine “psychologische Keule” in Form einer Rechtsanwaltsbeauftragung bei Zuwiderhandlung eingebaut.
Der genaue Leser erkennt, dass sich diese rechtlichen Schritte nur auf eine eventuelle Weigerung des Rauchmeldereinbaus beziehen. Der flüchtige Leser sieht aber vor allem die textliche Nähe zu den angeblichen “Wartungskosten und Wartungsverpflichtungen”.
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Doch diese Wartungsarbeiten können auch die Mieter bzw. Eigentümer selber übernehmen. Dies wird nicht gesagt – stattdessen wird die Psychokeule mit der Beauftragung vom Rechtsanwalt herausgeholt.

Über unnötige, zusätzlich abgeschlossene Wartungsverträge freuen sich solche Unternehmen, aber auch die Hausverwaltungen haben ihren Gewinn: sie erstellen eine Rechnung über Zusatzleistungen/Sonderhonorar, da künftig die Hausgeldabrechnung um eine Kostenposition erhöht wird: die Wartung der Rauchmelder.

Derweilen feiert die Firma O. und ihr Geschäftsführer/Gesellschafter Thomas J. das 10jährige Unternehmsjubiläum: “Qualität setzt sich halt durch.”zehnjahreartikelweb_kl_kasch

Manipulation durch gefilterte und selektierte Informationen – Rauchmelder (3)

Dritte WEG – gleiches Schema:
der Einladung zur WEG-Versammlung ist eine 5seitige bunte Foliendokumentation beigefügt. Nur für das – ach so bedeutende – Thema Rauchmelder. Obwohl viele andere Tagesordnungspunkte Zusatzdokumentation benötigen würden, gibt es sie nur für den  TOP Rauchmelder-Installation.

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Da die Hausverwaltung die übrigen Tagesordnungspunkte in Sachen “Anlagen” stiefmütterlich behandelt und nur das Thema “Rauchmelder” hervorsticht – ist davon auszugehen, die beigefügte Dokumentation  n i c h t  von der Hausverwaltung erstellt wurde, sondern ihr frei Haus geliefert wurde, um sie den Einladungen beizufügen.

exclam_30Wer würde sich eine solche Mühe machen? Vielleicht das von verschiedenen Hausverwalterbänden empfohlene Unternehmen aus Norddeutschland?
Ein Blick auf den Hausflur gibt Auskunft:
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Und in den Zimmern: die bereits bekannten Rauchmelder-Modelle… des Unternehmens aus Norddeutschland….
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