“Beirats-Fortbildungsseminar” – organisiert von unseriöser Hausverwaltung für unseriöse Beiräte

By | 29. November 2015

WEG-Hausverwalter lädt auf Kosten der Wohnungseigentümer ein

Praxisfall:
“Hand in Hand” und zum gegenseitigen Vorteil arbeitet die Hausverwaltung mit einem als unseriös zu bezeichnende Beirat: bei der Prüfung der Jahresabrechnung akzeptierte der Beirat Rechnungen der Verwaltung für Leistungen, die die Verwaltung nie erbracht hatte.

Im Gegenzug bemühte sich die Verwaltung über die Maßen um das “Wohl” der Beiräte.
So liess sie – auf Kosten der Eigentümergemeinschaft  –  Arbeiten im Sondereigentum der Beiräte ausführen, die nie hätten in Auftrag gegeben werden dürfen.
Auch wurden Rechnungen und Erstattungen zu Gunsten der Beiräte vom Gemeinschaftskonto bezahlt, die nie hätten bezahlt werden dürfen.
“Eine Hand wäscht die andere” – zu finanziellen Lasten der übrigen Miteigentümer.

Umso grotesker das weitere Entgegenkommen diese unseriösen Hausverwaltung diese nur als unseriös zu bezeichnenden Beiräten weiter “einzustilen” – und zwar mittels “Beirats-Fortbildungsseminar”!

Was genau eine solche Hausverwaltung solchen Beiräten noch zu übermitteln hat ist ungewiss. Gewiß ist jedoch, dass diese Veranstaltung ohne Wissen der übrigen Miteigentümer stattfand, wohl aber von ihrem Gemeinschaftskonto bezahlt wurde.

och irgendwie wurde die Sache bekannt und die Beiräte wurden zur Rede gestellt.
Auf die Frage nach dem Inhalt der Beiratsschulung wussten die Herren nicht viel zu sagen, alles hätte jedoch in einem  “großen Hotel mit gutem Essen” stattgefunden.

Kurz: es war wohl ein netter Tag, es gab viel zu Essen und zu Trinken, das Beiratsdasein machte besondere Freude. Auch die Hausverwaltung erfreute die Vollversammlung der bereits als  “zuverlässig” und linientreu erprobten Beiräte.

Da die Eigentümergemeinschaft keinen Nutzen in einer solchen Fortbildung ihrer Beiräte sah, forderte die Rückzahlung der “Seminarkosten”.
Erst nachdem der Betrag per Amtsgericht eingeklagt werden konnte, wurden die Fortbildungskosten erstattet.

Die Hausverwaltung, der noch weiteren Unregelmäßigkeiten nachgewiesen werden konnte, kündigte zum Jahresende.

2 thoughts on ““Beirats-Fortbildungsseminar” – organisiert von unseriöser Hausverwaltung für unseriöse Beiräte

  1. von H.

    Hallo ,
    wir haben eine Wohnungseigentumsanlage von 81 Parteien.
    Nach Durchsicht der Einzelbuchungen fiel auf, dass Rechnungen völlig überhöht angesetzt werden wie z.B.
    1. 1 Dehnungsfuge von 5m 2700,–€
    2. Hauswirtschaftsraum 4 qm streichen 2900,–€
    3. ein alter Rasenmäher wurde für 270,–€ gewartet
    4. 3 Spanplatten an Duschtüren für 2140,–€ und so setzt sich das munter fort.
    Das Hausgeld beträgt für ein 100qm Wohnung monatlich 400,–€ Instanthaltungsrücklage beträgt 400.000,–€
    Hausgeld wird Jährlich teurer. Aufgeführte Arbeiten /Rechnungen werden nicht ausgeführt.
    Es besteht der Verdacht, dass der Beirat mit dem Verwalter ganze Sache machen.
    Was kann man Tun, um dieser Vorgehensweise ein Ende zu bereiten? Niemand merkt das. Es geht seit Jahren so.

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    1. Kalle Post author

      Hallo, ja genau: das merkt doch keiner, wenn in Ihrer WEG vollkommen überteuerte Rechnungen verbucht werden. Wer immer drin hängt ist der Verwalter. Denn der weiss was abläuft.
      Die Beiräte hingegen sind dann entweder nativ/dumm oder zu deppert um mitzubekommen was läuft – oder, in den meisten Fällen selber involviert. Zum eigenen Vorteil natürlich.
      Dass es in Ihrer WEG seit Jahren so geht, wundert niemanden. Dies ist der übliche Gang.
      Was tun? Aufdecken! Nehmen Sie Belegeinsicht. Machen Sie sich bei dieser Gelegenheit Kopien der vorgefundenen, überteuerten Rechnungen. Fragen Sie bei Verwalter und Beirat nach und bitten Sie um eine Erklärung/Stellungnahme.
      Falls nicht befriedigend, reichen Sie einen TOP zur nächsten Versammlung ein, als Diskussionspunkt zu den vorgefundenen Rechnungen. Die übrigen Miteigentümer mögen dann innekehren und überlegen, ob sie sich weiter ausnehmen lassen möchten oder nicht. Gehen Sie dann aber auch davon aus, dass Verwalter und Beirat dann versuchen werden, Sie als “Störenfried” zu brandmarken. Eigentlich eine “Auszeichnung”, dann die Bestätigung, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Schaffen Sie sich eine dicke Haut an und bleiben Sie wachsam. Bei jeder künftigen Jahresabrechnung.

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