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WEG-Konto: “Gläsernes” Konto existiert nur im Verwaltervertrag

Das von der sich bewerbenden Hausverwaltung versprochenen “Gläserne Konto” gibt es immer noch nicht.

Im Verwaltervertrag ist zu lesen: “Der Verwalter ist verpflichtet Gelder der Wohnungseigentümergemeinschaft von seinem Vermögen gesondert zu halten.
Sämtliche Ausgaben und Einnahmen der Eigentümergemeinschaft werden über das Konto WEG… abgewickelt.
Der Verwaltungsbeirat erhält eine Sichtberechtigung über Internet auf dieses Konto.”
gläserneskonto

Der Vertrag wurde 2007 geschlossen. Das “gläserne Konto” gibt es immer noch nicht.
Den Beirat interessiert es scheinbar auch nicht.

Schmiergeld von Handwerkern und geleerte Eigentümerkonten – wer kontrolliert die WEG-Verwalter?

Ein Beitrag der “Schutz-Gemeinschaft für Wohnungs-Eigentümer und Mieter e.V.”:

In der Regel werden die Kontrollrechte und die Möglichkeit der Einschränkung des Verwalters über Geldverfügungen lax gehandhabt. Trotzdem ist das Geschrei der Eigentümer groß, wenn dann irgendwann – meist zufällig – festgestellt
wird, dass erhebliche Gelder von der WEG-Konten verschwunden sind.

In solchen Fällen wird dann nach dem Gesetzgeber geschrieen, der die Versäumnisse der Eigentümer, ihr Kontrollrecht ordentlich wahrzunehmen, in Ordnung bringen soll.
Und nachdem man den Verlust von z.B. 500.000 € Eigentümergeld in der Presse bejammert hat, hat sich nach wenigen Wochen hat dann wieder alles erledigt.

Das frühere Phlegma bei der Kontrolle hat wieder Oberhand.
Beiräte und Eigentümer haben wieder einmal nicht begriffen, dass es ihr Verhalten ist, was den einen oder anderen Verwalter geradezu ermutigt, in die Kasse zu greifen oder sich für Auftragsvergaben dicke Vermittlungsprovisionen (Schmiergelder) einrechnen zu lassen.

250.000 € an Schmiergeld von Handwerkern und Lieferanten kassierte allein schon ein Verwalterehepaar in der Münchner Region. Aber wer macht sich schon als Beirat oder Eigentümer die Mühe, zu den von Verwaltern vorgelegten Angeboten Gegenangebote einzuholen, um möglicherweise „stark überhöhte Preise“ und „Preisabsprachen“ aufzuspüren?

Hausgeld-Vergleich e.V. hat ein Paket von Präventions-Maßnahmen entwickelt, um Geldverlust im großen Stil zu
vermeiden. Oft deuten bereits Indizien auf den Bedarf professioneller Nachprüfung hin.

Wieder 1, Mio € der Wohnungseigentümer veruntreut! „Abwehrmaßnahmen sind möglich!“

Ein Beitrag der “Schutz-Gemeinschaft für Wohnungs-Eigentümer und Mieter e.V.”:

Aktuell hat ein Hausverwalter in Düsseldorf zugeschlagen.
Die Geldrücklagen für Instandhaltungen und Reparaturen in Höhe von 1,4 Milionen € sind dieses Mal weg. Vorher mussten Eigentümer in Regensburg, Krefeld, München und Stuttgart usw. ihre Rücklagen neu ansparen.
Auch dort war Geld durch unseriöse Verwalter verschwunden.

Jeweils hat fehlende Kontrolle und die Missachtung der vielfältigen Hinweise von
Hausgeld-Vergleich e.V. Hausverwaltern den Griff in die Eigentümerkasse erst ermöglicht.

Eigentümer als auch die Verwaltungsbeiräte, deren Aufgabe laut Gesetz die Prüfung der Abrechnung und Rechnungslegung sein soll, haben wieder einmal jahrelang nichts mitbekommen. Im Düsseldorfer Fall gab es das vom Verwalter behauptete Rücklagenkonto bei der Bank nicht.

Der Verwalter hat Kontoauszüge gefälscht und Geld zwischen verschiedenen Wohngemeinschaften hin- und hergeschoben. Mit diesem System war er in der Lage, die jeweils fälligen Rechnungen zu bezahlen. Die sonstigen Überschüsse der Ansparrücklage standen jahrelang seinem Zugriff zur Verfügung.

Vereinvorstand Norbert Deul von Hausgeld-Vergleich e.V. dazu:
“Es handelte sich um ein längst bekanntes System, das bei sachkundiger Kontrolle stets zeitnah entdeckt werden kann, wenn die Empfehlungen von Hausgeld-Vergleich e.V. konsequent durch Eigentümerbeschlüsse oder Vereinbarungen im Verwaltervertrag umgesetzt werden.

Solche Schutzmaßnahmen sind z.B.:
– Geldverfügungsbeschränkungen für den Verwalter nach § 27 Abs. 5 WEG
– Direkt-Kontrollrecht für den Beirat/Eigentümer bei der Bank und
– laufende Kontrolle der Originalkontoauszüge.

Wir stellen ferner den Kontoverlaufs-Check© zur Verfügung, mit dem jeder Wohnungseigentümer sofort feststellen kann, ob Geld auf den Gemeinschaftskonten fehlt. Heute ist es deshalb nicht mehr möglich, dass ein Verwalter bei entsprechender Kontrolle und bei Anwendung der möglichen Vorsorgemaßnahmen große Geldsummen veruntreuen kann.”

Wer weitere Informationen benötigt und seine Wohngemeinschaft für Veruntreuung schützen will, kann sich an Hausgeld-Vergleich e.V. wenden.

 

127.000 € und über 1 Million € von WEG-Verwaltern unterschlagen!

Ein Beitrag der “Schutz-Gemeinschaft für Wohnungs-Eigentümer und Mieter e.V.”:

Wie Diebstahl von Eigentümergeldern verhindert wird

Wenn irgendwann bei Abrechnungsprüfungen entdeckt wird, dass wieder einmal das Geld der Wohnungseigentümer verschwunden ist, wie in Delmenhorst und Biberach, dann wird nach Schuldigen gesucht. Denn dann hilft es wenig weiter, wenn der Verwalter zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, wie in Delmenhorst für die veruntreuten 127.000,- €.
Das verschwundene Geld gelangt dadurch nicht wieder auf das Eigentümerkonto.

Noch erfolgloser wird die Beitreibung des verschwundenen Geldes bei der Biberacher Hausverwaltung sein. Die GmbH hat Insolvenz angemeldet und der verantwortliche Geschäftsführer ist verstorben.

Wie kann man sich vor dem Verlust von Eigentümergeld insbesondere dem Teil an Geld schützen, der auf dem Rücklagenkonto angelegt ist?

“Der Grund für solchen Gelddiebstahl ist immer auf die Gutgläubigkeit der Eigentümer, einer überwiegend zu laschen oder fachlich unkundigen Prüfung der Verwaltungsbeiräte und der Missachtung von Verbraucherschutz-Empfehlungen zurückzuführen“,

so die Praxiserfahrung von Norbert Deul, Vorstand von Hausgeld-Vergleich e.V.

Empfehlung:

1. Verfügungen über größere Geldsummen durch eine zweite erforderliche Unterschrift, z.B. des Verwaltungsbeirats oder sonstigen sachkundigen Eigentümers begrenzen.

2. Regelung in Verwaltervertrag vereinbaren, dass dem Verwaltungsbeirat oder einem in Buchhaltungsangelegenheiten sachkundigen Eigentümer direkt bei der Bank Einsicht in die Originalkontoauszüge zu gewähren ist.

3. Von Beiräten grundsätzlich schriftliche Prüfberichte der Abrechnungsprüfung fordern.

4. Abrechnungsprüfer regelmäßig nach 1 oder 2 Jahren durch Beschluss auswechseln.
Ferner kann jeder Eigentümer unabhängig von der Tätigkeit der Rechnungsprüfer einen Kontoverlaufs-Check bei der eigenen Jahresabrechnung selbst erstellen oder sich dabei helfen lassen. Dabei wird erkannt, ob Geld abgängig ist und eine sofortige umfangreiche Aufklärung sinnvoll ist.

Frankfurter Neue Presse: Hausverwalter räumte Konten leer

In der Wohnanlage Homburger Hohl wurden die Rücklagenkonten leergeräumt.

Die Frankfurter Neue Presse schreibt:


Frankfurt.
Es ist der Alptraum jedes Wohnungseigentümers: Ein Mann steigt in die Hausverwaltung ein und räumt die Konten leer. Der Jurist Paul K. soll sich auf diese Weise 390 000 Euro ergaunert haben. Die FNP deckte K. s Machenschaften schon vor Monaten auf, jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben.

Er wies sich als Wohnrechtsexperte aus, konnte hervorragend reden und machte auch sonst einen guten Eindruck. Deshalb zögerten die Wohnungseigentümer aus Bonames nicht, Dr. Paul K. im Frühjahr 2008 in die Hausverwaltung zu wählen. K. war jung, jedenfalls weitaus jünger als Herbert Gerlach, der langjährige Verwalter der Wohnanlage.

Mit Gerlach, der mit seinen mehr als 80 Jahren ein großväterlicher Typ war, hatten die Eigentümer immer gute Erfahrungen gemacht. Er war da, wenn man ihn anrief, und bei der Rechnungsprüfung war nie auch nur ein Fehler zu finden. Warum sollten die Bonameser dem Mann, den Gerlach als seinen Geschäftspartner präsentierte, nicht vertrauen?

Heute, vier Jahre später, wissen die Eigentümer, dass sie mit K. s Wahl einen der größten Fehler ihres Lebens gemacht haben. K. ließ fast 250 000 Euro von einem Rücklagenkonto der Eigentümergemeinschaft verschwinden, außerdem 50 000 Euro in kleineren Häppchen von einem Wohngeldkonto. Die Geschädigten waren entsetzt, als das alles ans Licht kam. Sie sind es heute noch.

113 Wohnungen zählt die Anlage Homburger Hohl 6-18 und Homburger Landstraße 689-695. Für die einen sind die Häuser aus den frühen 70er Jahren nur anonyme Wohnblocks; für die anderen sind sie das Zuhause, in dem sie sich wohlfühlen. Manche Eigentümer haben den letzten Cent ihres sauer ersparten Geldes ausgegeben, um hier einziehen zu können. Der Traum von den eigenen vier Wänden – hier ging er für sie in Erfüllung.

Gepflegte Anlage

Dass die Bewohner in ihr Daheim viel Energie investieren, ist überall zu sehen. Im Gegensatz zu manchem Mehrfamilienhaus mit Sozialwohnungen wirkt in der Anlage alles sauber und ordentlich. Auf den Balkonen blühen liebevoll gepflegte Primeln, darüber leuchten Markisen in freundlichem Orange. Die Stimmung war immer gut hier, im Herzen von Bonames. Bis K. kam und die Konten leerte.

Als das geschah, war Herbert Gerlach schon aus der Hausverwaltung ausgeschieden. Er hatte sich mit K. überworfen, die Zusammenarbeit hatte nicht einmal ein Jahr gedauert. Rückblickend nannte Gerlach seinen Kompagnon “mehr als unredlich”. K. habe Versicherungsverträge gekündigt und Geld abgebucht, ohne ihn darüber zu informieren, erzählte der langjährige Verwalter.

“Mit K.”, so berichten die Eigentümer, “ging alles den Bach runter.” Wohngeldabrechnungen waren fehlerhaft, außerdem konnte die Rechnungsprüfung wegen Versäumnissen des Verwalters nicht abgeschlossen werden. Als K. zu einer Aussprache nicht erschien, wählte die Eigentümerversammlung K. s Hausverwaltung aus Rüsselsheim einstimmig ab.

Was folgte, waren verzweifelte Versuche, Einsicht in die Verwaltungsakten zu bekommen. Als das schließlich gelang, wurde deutlich, dass K. in großem Stil Geld veruntreut hatte. In die Verzweiflung mischte sich Wut und Ohnmacht. Jahrelang hatten die Eigentümer Geld für das Rücklagenkonto abgezwackt. Sie wähnten es in treuen Händen. Auf den Gedanken, dass jemand Schindluder damit treiben könnte, kamen sie gar nicht. In Zukunft werden sie wohl misstrauischer sein.

Große Verluste

Die Geschädigten schätzen, dass K. sie pro Kopf um einen Betrag zwischen 3000 und 4000 Euro gebracht hat. Den Ärger darüber haben sie auch nach vier Jahren noch im Bauch. Dass sie ihr Geld jemals wiedersehen werden, glauben sie nicht. “Falls der Kerl noch etwas hat, wird das Finanzamt seine Finger draufhalten”, sagt eine Eigentümerin und winkt resigniert ab.

Anzeigen gegen K. wurden viele erstattet. Doch alle Bemühungen, das Geld auf zivilrechtlichem Wege zurückzubekommen, liefen ins Leere. Umso mehr hoffen die Eigentümer, dass K. nicht ohne gerechte Strafe davonkommt. Derzeit sieht alles danach aus, denn die Darmstädter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den promovierten Juristen erhoben.

Die Masche, Konten von Eigentümergemeinschaften abzuräumen, wandte K. nicht nur in Bonames an: Die Strafverfolger glauben, dass K. auch Eigentümer in der Allendorfer Straße in Eschersheim, in Babenhausen, Hattersheim und Heusenstamm um Geld brachte. Die veruntreuten Beträge liegen zwischen 16 000 und 67 700 Euro. Den Gesamtschaden der zwischen Mai und November 2009 begangenen Taten schätzt die Staatsanwaltschaft auf 390 000 Euro.

Die FNP hatte im Oktober 2010 als erste Zeitung über den heute 62-jährigen K. und seine krummen Verwaltergeschäfte berichtet. Die Informationen fügten sich zum Bild eines Mannes, der immer ein wenig mehr sein wollte, als er war. Im biografischen Klappentext eines Lexikons, das K. herausgegeben hatte, war hochtrabend von einer “richterlichen Tätigkeit” bei den Strafkammern des Landgerichts Wiesbaden die Rede – sie stellte sich als einfacher Schöffendienst heraus.

Und auch hinter der “Lehrtätigkeit im Fachbereich Recht und Wirtschaft der Mainzer Universität” steckte weniger, als der Klappentext vermuten ließ: K. arbeitete nach seiner Promotion als wissenschaftlicher Mitarbeiter und leitete Einführungsveranstaltungen. Für die angestrebte Laufbahn als Professor, so ließ ein ehemaliger Kollege durchblicken, sei K. fachlich nicht geeignet gewesen.

Das galt wohl auch für die Verwaltertätigkeit: Die Eigentümer berichteten, das K. so gut wie nie erreichbar gewesen sei. Und wenn man ihn doch mal an die Strippe bekam, sei er kurz angebunden gewesen. Unterm Strich habe man den Eindruck gehabt, dass K. sich um nichts kümmerte. Vielleicht hatte der gebürtige Obertiefenbacher das ja auch gar nicht vor. Vielleicht ging es ihm nur darum, sich zu bereichern.

Mehrere Bücher

K. hat mehrere Bücher publiziert, über Reiserecht und Eigentumswohnungen. Herbert Gerlach berichtete, dass K. das Wohnungsbuch gern vorzeigte, um sich als Experte auszuweisen. Dem Streben nach Höherem folgte jedoch ein tiefer Fall: Offenbarungseid, Ermittlungen, Anklage. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, droht K. eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Auftakt des Prozesses vorm Landgericht Darmstadt wird voraussichtlich im Sommer sein.

In den vergangenen Monaten fragten sich viele Anwohner aus Bonames, warum sich die Ermittlungen so lange hinziehen. Die Darmstädter Staatsanwaltschaft begründet das mit dem Umfang der Ermittlungen. Mehrere Verfahren hätten zu einem einzigen zusammengefasst werden müssen, heißt es dort. Davon abgesehen habe es mehrere Personalwechsel im zuständigen Dezernat gegeben.

Wir haben Paul K. in seiner Rüsselsheimer Firma besucht, um mit ihm zu sprechen. Die Art, mit der er uns abwies, hatte nichts Unfreundliches. In seinem bunten, etwas altmodischen Hemd wirkte K. nicht wie ein eiskalter Abzocker; eher wie ein Mann, dem die Dinge entglitten sind. Ob er das eine oder das andere ist, wird sich vor Gericht zeigen. chc

 

Text von Christian Scheh, Frankfurter Neue Presse, 26.05.2012

Für mehr Sicherheit in der WEG-Geldanlage: Fremdgeldkonto muss sein!

Ein Beitrag der Verbraucherschutzvereins “Wohnen im Eigentum e.V.”:

Dagegen bieten offene Fremdgeldkonten mehr Sicherheit!
Sie erleichtern Wohnungseigentümern und Verwaltungsbeiräten die Kontrolle über den Umgang des Verwalters mit ihrem Geld. Denn der Kontoinhaber ist in diesem Fall die WEG. Auch das Risiko der Veruntreuung wird so verringert!
Fremdgeldkonten sind pfändungs- und insolvenzsicher.

Warum also weniger Sicherheit in der Geldanlage verlangen als möglich ist.
Warum nur die Bremsen überprüfen und keinen Airbag einbauen lassen? Schauen Sie Ihrem Verwalter auf die Finger! Verlangen Sie mehr Kundensicherheit vom Verwalter und von den Banken, indem sie offene Fremdgeldkonten einrichten lassen.

So sichern Sie Ihr Geld – weitere Maßnahmen zur Absicherung
Allein die Kontoumstellung reicht nicht aus, regelmässig sollten auch die  Kontobewegungen geprüft werden.
Dazu kann die WEG beschließen, dass:

– die Kontoauszüge von der Bank zweifach zugesendet werden – an den Verwalter und parallel direkt an den Verwaltungsbeirat. Wichtig ist, dass die Beiräte die Original-Kontoauszüge erhalten.

– die Verwaltungsbeiräte eine jederzeitige Online-Einsichtnahme in das laufende Bewirtschaftungskonto und in die Rücklagenkonten erhalten.

– gegebenenfalls mit dem Verwalter eine Verfügungsbeschränkung für Abbuchungen vom Rücklagenkonto vereinbart wird. Dann kann der Verwalter Beträge ab einer Höhe von …. Euro (der Betrag ist abhängig von der WEG-Größe) nur durch Gegenzeichnung also Zustimmung eines Beratsmitglieds oder eines Wohnungseigentümers abheben. Eine solche Verfügungsbeschränkung muss in der Eigentümerversammlung mit Mehrheit
beschlossen oder im Verwaltervertrag vereinbart werden. (siehe Muster-
Verwaltervertrag von wohnen im eigentum).

– Abbuchungen vom Rücklagenkonto nur auf das Bewirtschaftungskonto erfolgen können. (Beim Online-Banking können Überweisungen von Festgeldkonten nur auf das Referenzkonto getätigt werden).

– eine Vertrauensperson (Wohnungseigentümer/in) benannt wird, die bei der
Bank jederzeit Auskunft und Informationen über die Kontensituation der WEG
erhält.

– Verwaltungsberäte sich zur Prüfung der Jahresabrechnung schulen lassen.
wohnen im eigentum bietet Vorträge und Kurse an.

Wie vorgehen:
1. Verwalter anschreiben → Siehe Muster-Brief „Akteneinsicht_Kontovertrag“
2. Informieren Sie Ihren Verwaltungsbeirat über die Aktion oder – falls Sie selbst Verwaltungsbeirat sind – die anderen Verwaltungsbeiräte
3. Prüfen, ob Treuhandkonto oder Fremdgeldkonto (Hilfestellung 3. siehe unten)
4. Wenn Treuhandkonto oder wenn Sie unsicher sind: Zusendung der Kopie des Kontoeröffnungsantrags bzw. Kontenvertrags mit den AGBs der Bank an wohnen im eigentum
5. Sie erhalten von wohnen im eigentum eine Bestätigung per eMail, wenn es sich um ein Treuhandkonto handelt
6. Sie erhalten auf dieser Website eine Orientierungshilfe, wie Sie vorgehen müssen, um eine Umstellung der Konten zu erwirken
7. Mitglieder erhalten – auf dieser Website – Argumentationshilfen für die Eigentümerversammlung
8. Mitglieder erhalten – auf dieser Website – Muster-Briefe an den Verwalter, zur Umstellung der Konten
9. wohnen im eigentum wird zum Abschluss der Aktion das Ergebnis seiner
Aufrufe veröffentlichen

Häufig gestellte Fragen zu dieser Aktion:
Wie erfahre ich, was wir für ein Konto haben?
Sie schreiben Ihren Verwalter an und bitten um Akteneinsicht oder Zusendung
einer Kopie des Kontoeröffnungsantrag bzw. Kontovertrags (Auf die
Zusendung von Verwaltungsunterlagen besteht kein Rechtsanspruch). Einen
Muster-Brief finden Sie hier. Ebenso ein Anschreiben an den
Verwaltungsbeirat, um ihn über diese Aktion und um Unterstützung zu
erbitten.

Was ist, wenn der Verwalter mir keine Auskunft erteilt?
Der Verwalter ist dazu verpflichtet. Als Miteigentümer/in haben Sie ein Anrecht
auf Akteneinsicht in alle Unterlagen. Einen Datenschutz gibt es hier nicht.
Ein Erinnerungs- und Mahnschreiben finden Sie hier….

Wie erkenne ich ein Treuhandkonto?
Die Konten werden evtl. von Bank zu Bank oder Sparkasse zu Sparkasse
anders bezeichnet.
Ein Treuhandkonto für eine WEG erkennen Sie daran:
Kontoinhaber ist der „Verwalter XYZ GmbH, Bergstraße 5 in 12345 Altstadt“
Wirtschaftlich Berechtigte (oder Treugeber) ist die „WEG Talstraße 2 in 12345 Neustadt“ .

Ein Offenes Fremdgeldkonto erkennen Sie so:
Kontoinhaber ist die „Wohnungseigentümergemeinschaft Talstraße 2 in 12345 Neustadt“ und der
Wirtschaftlich Bevollmächtigte ist der „Verwalter XYZ GmbH,
Bergstraße 5 in 12345 Altstadt“

Was ist, wenn ich aus den Unterlagen nicht erkenne, um was für ein
Konto es sich handelt?
Dann schicken Sie eine Kopie des Kontoeinrichtungsantrages an wohnen im eigentum. Wir prüfen die Kontoart und teilen Sie ihnen mit.
Bitte unbedingt beachten: Verbinden Sie diese Anfrage bitte nicht mit Beratungsanfragen rund um das Konto oder ihre WEG. Diese können wir im Rahmen dieser Aktion nicht beantworten.
Mitgliedern steht dafür die kostenlose telefonische Rechtsberatung zur Verfügung, Nichtmitglieder mögen sich bitte an einen Rechtsanwalt wenden – oder besser Mitglied werden.

Was habe ich oder was hat meine WEG davon, wenn wir uns an dieser
Aktion beteiligen?
Die Gewissheit, Ihr Geld pfändungs- und insolvenzsicher auf einem Fremdgeldkonto angelegt zu haben oder unsicher auf einem Treuhandkonto.
Außerdem: Sie erhalten Orientierungshilfen, wie sie die Kontoumstellung in Ihrer WEG erreichen können. Sie vermitteln dem Verwalter, dass er kontrolliert wird.
Sie tragen zu mehr Kundenorientierung bei den Banken bei: Sie sind die Eigentümer, es ist Ihr Geld, Sie erwarten eine sichere Anlage und Aufklärung und Information von den Banken Ihrer WEG-Konten.

logo wohnen im eigentum

WEG-Hausgeldabrechnung: Kontoauszüge prüfen, ob sie tatsächlich von der Bank stammen

Ein Beitrag der “Schutz-Gemeinschaft für Wohnungs-Eigentümer und Mieter e.V.”:

In Filderstadt bei Stuttgart beschaffte sich ein Hausverwalter von der Bank Blanko-Kontoauszüge und stellte diese so aus, dass er im Laufe der Zeit rund 100.000 € unterschlagen konnte.
Es wurden dabei die Eigentümer mehrerer Wohnanlagen geschädigt. Entdeckt wurde der Vorfall nur durch einen Zufall. Bei der Abrechungsprüfung war den Verwaltungsbeiräten nichts aufgefallen.

Der Verbraucherschutzverein Hausgeld-Vergleich e.V. vermutet, dass dies kein Einzelfall war. “Leider betreiben sehr viele Beiräte ihre Prüfpflicht
eher lax als gewissenhaft, vor allem wenn sie mehrere Jahre im Amt sind”, so die Erfahrung von Vorstand Norbert Deul vom Hausgeld-Vergleich e.V. Er empfiehlt deshalb allen Wohnungseigentümern in größeren Wohnanlagen die Hinzuziehung von professionellen Prüfern, ein Rotationssystem bei den Prüfern und grundsätzlich eine genaueste Kontrolle der Kontoauszüge auf Stimmigkeit mit den Belegen.

213.000 € der Wohnungseigentümer vom WEG-Verwalter verzockt – ein Fall der überall möglich ist

Ein Beitrag der “Schutz-Gemeinschaft für Wohnungs-Eigentümer und Mieter e.V.”:

Das Vertrauen der Wohnungseigentümer ist allerorten grenzenlos, sei es gegenüber den Versprechungen der Politiker, den Berichten von bestimmten Medien oder der Arbeitsweise unser Hausverwalter. Es kann deshalb nicht oft genug wiederholt werden:

„Vertrauen ist gut, Kontrolle besser und keine Kontrolle meistens sehr teuer!“

Alle Hinweise, wie ein Verwalter zu kontrollieren ist, wie Geldverfügungsbeschränkungen und die direkte Einsicht in die Bankkonten der Gemeinschaft durchgesetzt werden können, verpuffen überwiegend ins Leere. Kein Wunder also, dass wieder ein Verwalter ungehindert Zugriff auf die Gelder von insgesamt 17 Wohnungseigentümergemeinschaften hatte.

Möglicherweise fiel deshalb das Urteil des Düsseldorfer Gerichts gegenüber dem Hausverwalter milde aus. Lediglich 22 Monate Gefängnis – diese zur Bewährung ausgesetzt – wurden als ausreichend beurteilt, schließlich wurde das Geld “griffbereit“ von den Beiräten angeboten, zu deren Aufgaben auch die Kontrolle der Konten gehören sollte.
Auch in diesem Falle hätten bereits vorhandene Zugangsvoraussetzungen zum Beruf des Immobilienverwalters den Schaden nicht verhindern können.

Die Hausverwaltungsfirma war seit Jahren im Markt tätig.
Es haperte nicht an der Qualifikation, sondern wie überwiegend in solchen Fällen, an charakterlichen Defiziten der verantwortlichen Person, ordnungsgemäß zu arbeiten.
Da zudem der Griff in die Gemeinschaftskonten bei der üblichen Vertrauensseligkeit der Eigentümer keine Probleme macht und die Kontrollarbeit bei den Prüfungen auch hier ungenügend waren, konnte über mehrere Jahre Geld abgezweigt werden. Bezeichnend für diesen Fall in Düsseldorf war, dass nicht die Eigentümer oder Beiräte die unberechtigten Geldentnahmen bemerkten, sondern ein aufmerksamer Bankangestellter – beschämend für die Beiräte.

Im Muster-Verwaltervertrag von Hausgeld-Vergleich e.V. sind Sicherungsmaßnahmen integriert, wie solche Zugriffe des Verwalters zu verhindern sind. Vereinbaren und mit Leben erfüllen müsste man die Vorgaben solch eines Muster-Vertrags halt!

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